Berichte

Clariden, 3267m und Tödi, 3612m durch die Westwand mit BF

Gewitter bereits am Samstagmorgen und am Sonntag gleich nochmals? ...hmm, die Tourenplanung war wieder schwierig… Schlussendlich stornierte ich in Absprache mit dem Bergführer die Hütte und suchte nach einem Alternativprogramm für einen Tag. Die Planung viel auf das Silvrettagebiet, denn da war die Gewittergefahr am Samstag erst für den Abend prognostiziert.

Im Dunkeln starten wir in Monbiel mit e-Bikes und Zugseil für die Bikes ohne Motor in Richtung Sardasca. Dort gibt es auf der Alp für die Drahtesel einen eigenen Stall! Weiter gehts zu Fuss – die Silvrettahütte ist trotz ihren 700 HM schnell erreicht. Die Gäste sind um 7:00 Uhr erst am Frühstücken. Einer will uns Angst einjagen: “Was ihr wollt auf den Gletscher! Der ist in gefährlichem Zustand und hat alle 2 Meter eine Spalte! Niemand geht da drauf und gestern war auch niemand.” “Aha” – ist mein Kommentar. Wir lassen uns nicht beeindrucken. Was ich nicht mit eigenen Augen gesehen habe, glaube ich nicht… So lassen wir diese Person stehen, wir sind uns sicher, er wäre als Alleingänger einfach gerne mit uns mitgekommen ;-).

Am Gletscher frieren wir erstmal gehörig. Wir sind definitiv noch auf Sommer eingestellt. Wir kommen auf dem blanken Gletscher schnell voran und diese Spaltenflut können wir einfach nirgends finden. Die Randspalte dafür geht gerade noch knapp über eine Schneebrücke und der Aufstieg zum Silvrettahorn ist im Schotter, aber auf einer recht guten Wegspur so richtig steil. Oben warten ein paar hübsche Kletterzüge, aber alles, was man in die Hände nimmt, muss kontrolliert sein. Wir geniessen eine geniale Aussicht vom Buin über Linard zu den Davoser Bergen bis zum Gross Litzner… aber die Gletscher sind aber überall in traurigem Zustand.
Nach einer ausgiebigen Gipfelrast gehen und kraxeln wir weiter über den Piz Grambola bis zur Schneeglocke. Nun steigen wir steil hinunter zur Rotflüelücke und über den schon eher zerklüfteten Klostertaler Gletscher ab. Dann wieder hoch zur Rote Furka, bevor der lange Abstieg ins Tal wartet, natürlich nicht ohne Einkehr in der Hütte.

Und ja – wir sind der langen “Töditour” gerecht geworden und haben noch eins drauf gelegt. Mit 16km auf dem Bike und 18km zu Fuss mit über 2000 Hm auf und ab, waren wir alle müde am Ende des Tages!
Vielen Dank an die tolle und fitte Truppe fürs Mitkommen