Berichte
LadiesWeekend: Segnesboden bei Flims
In aller Frühe am Samstagmorgen haben wir uns auf den Weg gemacht – Ziel: Flims. Noch etwas verschlafen, aber voller Vorfreude, bestiegen wir den Zug und fuhren durch die aufwachende Landschaft. Mit dem hochmodernen Flem-Express – und etwas Skepsis gegenüber der doch noch etwas fehleranfälligen neuen Technik – gelangten wir bequem zur Segneshütte, dem Ausgangspunkt unseres Wochenendes.
Nach einer etwa einstündigen Wanderung über den Segnesboden und weiter bergwärts erreichten wir auf rund 2350 Metern den neuen Klettergarten Crap la Tgina. Dieser bietet insgesamt 42 Routen in solidem Kalkfels und überzeugt mit feinen Strukturen wie Wasserrinnen, kleinen Chickenheads und plattigen Passagen. Die Routen sind meist eher kurz, erreichen aber dennoch Längen von bis zu 20 Metern und verlangen ein gutes Gleichgewichtsgefühl sowie präzise Fussarbeit. Die Absicherung ist hervorragend, und besonders erfreulich: Der Kalk ist aussergewöhnlich rau und kaum abgespeckt – ein seltenes Vergnügen in einem so gut erschlossenen Gebiet.
Das Wetter zeigte sich von seiner freundlichen Seite: sonnig mit gelegentlichen Wolken, aber nicht übermässig warm – perfekte Bedingungen für einen gelungenen Klettertag. Wir verbrachten mehrere Stunden am Fels, genossen die abwechslungsreiche Kletterei und das entspannte Zusammensein in der Gruppe. Am späten Nachmittag nahmen wir den Rückweg zur Segneshütte unter die Füsse, wo uns ein feines Nachtessen und die gemütliche Atmosphäre der Hütte erwarteten.
Beim Nachtessen sorgte eine kleine Szene für Erheiterung: Als Isabel gerade etwas erzählte, nahm sie plötzlich einen eher unangenehmen Geruch wahr. Kurz fragten wir uns, ob das etwa von uns kommen könnte – bis sich schliesslich herausstellte, dass es sich der Hund vom Nachbartisch still und heimlich unter unserer Bank gemütlich gemacht hatte. Die Erleichterung war entsprechend gross, das Gelächter ebenso.
Zu dritt im Viererzimmer genossen wir den Komfort der modernen Mountain Lodge, die nach einem langen Tag am Fels genau das Richtige bot – obschon der Buchungsprozess und der Kundenservice durchaus noch etwas Luft nach oben haben.
Am Sonntagmorgen war das Wetter unentschlossen: Ein Mix aus Sonne und Wolken mit erhöhtem Gewitterrisiko. Unser Plan war dennoch klar – eine kurze Mehrseillänge auf dem Segnesboden (Sektor Segnesboden Ost B), bevor das angekündigte Tief endgültig zuschlägt. Isabel hatte dieses Risiko bei der Planung entsprechend berücksichtigt, und dank der Nähe zur Segneshütte sowie den guten Abseilmöglichkeiten hätten wir die Tour jederzeit problemlos abbrechen können. In der dritten Seillänge wurden wir vom Regen überrascht – aber anstatt Frust sorgte das eher für ein breites Grinsen: Wir nahmen’s sportlich. Über die plattige Route stiegen wir weiter hoch und seilten anschliessend kontrolliert ab.
Zum Abschluss gab es noch einen kurzen Besuch beim Häuschen des lokalen Bauern, bei dem wir frischen Honig kauften – eine süsse Erinnerung an ein rundum gelungenes Wochenende. Die Rückfahrt Richtung Zürich verlief störungsfrei – erfüllt von neuen Eindrücken, tollen Gesprächen und der Gewissheit: Das war nicht die letzte Tour dieser Art.
Fazit: Ein Wochenende in wunderschöner Landschaft mit tollen Gesprächen und viel Freude an der Kletterei – mit Wetterumschwung, aber ohne Stimmungstief. Ein besonderer Dank geht an Isabel für die perfekte Planung und Leitung dieses Wochenendes sowie an Isabel und Kathrin für die vielen wertvollen Hinweise zur Kletter-, Seil- und Abseiltechnik.
